Im Sonnenbrand
T. Rehbaum
Im staubigen Kleide
Zum Mohren gebrannt
Durchzieh' ich der Haide
Heissglühenden Sand.
Die Sonne schickt Pfeile
Durch Wams mir und Hut. --
Frau Sonne, enteile!
Du meinst es zu gut.
Umsonst ist dein Schimmer,
Verloren dein Glüh'n;
Dem Sande doch immer
Nur Disteln erblüh'n.
Dein Flimmern schafft Wonne
Den Mücken allein.
Du solltest, Frau Sonne,
Verständiger sein.
Dort hinter dem Hügel
Giebt's Arbeit für dich,
Und hält' ich zwei Flügel,
Dahin flög' auch ich.
Dort wälzt seine Wellen
Ein rauschender Fluss,
Dem sollst du bestellen
Von mir einen Gruss.
Vom Rebenstock hängen
Die Trauben dort schwer,
Und dort magst du sengen
Nach Lust und Begehr,
Auf dass in der Schenke
Zur Weinlesezeit
Kein Essiggetränke
Den Hals mir zerschneid't.
Und schaust du die Lisel --
Ist schlank wie ein Reh,
Behend wie ein Wiesel
Und weiss wie der Schnee --
Der bräune das Stirnlein,
Den Hals und die Wang',
Ein schwarzbraunes Dirnlein,
Das wünsch' ich mir lang.