Sternschnuppe
T. Rehbaum
Wenn ein Stern vom Himmel fällt,
Ist ein Wunsch dir freigestellt,
Aber sei behende!
Kommst du langsam hinterdrein,
Wenn erblichen ist sein Schein,
Ist der Zauber zu Ende.
Blumenduft der Nachtwind trug,
Abendfalter mit leichtem Flug
Schwirrten hin und wieder.
Hatt' am Arm ein schönes Kind,
Sprach von Wetter und von Wind,
Und ein Stern sank nieder.
Zitternd mahnte ihr Stimmlein mich:
"Hast du einen Wunsch, so sprich!"
Schwer war meine Zunge.
Weiss nicht, was ich lange darnach,
Als der Stern erloschen, sprach. --
Guter, dummer Junge!
Sommernacht, wie liegst du weit,
Und du süsse Blödigkeit
Bist schon längst entwichen.
Nimmer mahnt ein Stimmlein mich:
"Hast du einen Wunsch, so sprich!"
Sternlein ist leider erblichen.