Notturno in G dur

V. Novák

Der Nachtwind singt und säuselt durch das Rohr.

Vom Garten hängt zum See der bleiche Flieder.

Ich harre dein im Boot, wann steigst du nieder

die kühlen Stufen? Leis das Gittertor.

Der Nachtwind singt und säuselt durch das Rohr.

Der Nachtwind streift und flüstert um das Boot...

Der See liegt still. Schling um mich deinen Arm,

gib diese junge Brust mir, keusch und warm...

Wie feucht dein Nacken glüht, dein Mund wie rot!

Der Nachtwind streift und flüstert um das Boot...

Der Nachtwind zittert fröstelnd durch das Rohr.

„Frühvögel... horch! Wenn der Rausch je verblich?“

„Du weinst?“ „Ich weine süß und bitterlich.“

Der Mond scheint grell, leis' geht das Gittertor...

Der Nachtwind rauscht und schauert durch das Rohr.