Gut zu andern

W. Kehrer

Gut zu den andern, zu sich selber schlecht,

entsteht ein niedrer Wurm, der unter Qualen

die Hand uns kleiden kann mit seinen Schalen,

und erst sein Tod gibt seinem Dasein Recht.

Wollte doch so mein Schicksal meines Herrn

Lebendigkeit in mein Verbliebnes kleiden;

wie sich die Schlangen aus den Häuten scheiden,

verstürb ich und verwandelte mich gern.

O wäre meine Haut doch nicht zu hären,

Gewand zu sein, und zög sich selig zu

um diesen Busen, wenn ich erst vergehe;

dann hätt ich ihn bei Tage. Oder Schuh,

die Untersatz für ihn und Säulen wären:

so trüg ich wenigstens zwei reine Schneee.