Nicht sterbliches
W. Kehrer
Nicht Sterbliches sahn meine Augen, als
in deinen schönen aufging aller Frieden.
Nein, eine Seele, Bösem abgeschieden,
traf die verwandte, liebend ebenfalls.
Wär sie nicht gottgleich, hätte sie Genügen
am Außenschönen, daß dem Aug gefällt,
nichts mehr begehrend; doch, weil Bilder trügen,
so geht sie über ins Gebild der Welt.
Ich sage, das, was stirbt, befriedigt nicht
Einen, der lebt. Nicht aus der Zeit genommen
wird Ewiges; sie häutet sich zu sehr.
Was seelentödlich aus den Sinnen bricht,
ist keine Liebe. Unsre macht vollkommen
die Freunde hier und durch den Tod noch mehr.