Ehe

A. Böhm

Sie haben sich nichts zu sagen,

Sie sitzen still und stumm

Und hören die Stunden schlagen,

Die Langeweil' geht um.

Die Liebe ist längst gegangen,

Und auch das Glück ist hin,

Und hin ist das Verlangen

Mitsamt dem Jugendsinn.

Missmut sitzt ihm zur Seite,

Die Sehnsucht sitzt bei ihr,

Und traurig alle beide,

Ach, bis zu Thränen schier.

Keins bricht das tiefe Schweigen,

Kein Laut dringt in den Raum,

Nur schwere Seufzer steigen,

Verstohlen, hörbar kaum.

Und die Gewohnheit leise

Schwingt ihren Zauberstab

Und zwingt in ihre Kreise

Die beiden still hinab.