Der Geächtete

A. Jensen

Geht, sucht in der Waldschlucht,

Wo Bäche sich jagen;

Geht, sucht auf dem Hügel,

Wo Brachvögel klagen;

Geht, sucht, wo die Sterne

Die Wildbahn bescheinen --

Da könnt ihr ihn finden,

Den Einen, den Meinen.

Sie suchten im Felsthal --

Längst war er gegangen;

Sie suchten am Berge,

Im Farrnkraut, dem langen;

Sie suchten, sie jagten,

Mein Treulieb zu finden,

Mit eiserner Kett' ihn

Zu fesseln, zu binden.

Den Berg sollst du haben,

Den Falken umfliegen,

Entdeckst du die Höhl' uns,

Darin er mag liegen --

Und ob ihr ganz Schottland

Zum Erbe mir brächtet:

Mehr gilt mir Ein Lächeln

Des Manns, den ihr ächtet!

Mit Brot und mit Früchten

Den Sichern erquickt' ich;

An's Herz, an die Lippen

Den Flüchtigen drückt' ich.

Ich warn' euch -- bleibt fort, wo

Sein Zorn mit euch rechtet;

Denn scharf trifft die Klinge

Des Manns, den ihr ächtet!

Sie wandten die Rosse,

Sie siegen, sie stoben;

Von Mädchen, von Frauen

Ward Wehruf erhoben.

Doch tief in der Waldschlucht,

Die Ranken umflechten,

Da herz' ich, da küss' ich

Den Mann, den sie ächten.