An die Nacht

A. Spaeth

Stille Nacht, dein süßer Frieden

deckt manches Busens Feuer zu.

Allen Sterblichen beschieden,

wie segnet man stets deine Ruh'!

Gibst du auch im glühenden Herzen

den Sehnsuchtsqualen oft Raum,

ha, so linderst du auch Schmerzen

durch manchen beglückenden Traum.

Du lässest im Zaubergefilde

Liebeshoffnung reich erblüh'n,

lächelst Tröstungen so milde,

wenn die Zweifel im Herzen glüh'n.

O Nacht, für deine Wehmutsstille,

dein liebliches Traumgesicht,

für deine Schattenfülle

tauscht' ich selbst Frühlingstage nicht.