Der Abend
A. Spaeth
Umsonst Aurore
am Himmelstore
hold färben mag
den jungen Tag,
denn der Geliebten Bild,
das meine Seele füllt,
naht mir allein
im Abendschein.
Morgenrot weichet,
Sonne sich zeiget
segnend die Welt
am Himmelszelt.
Auch der Geliebte wacht,
doch bis ihr Aug' mir lacht,
muss es, o Pein,
erst Abend sein.
Stunden, entweichet,
nicht träge schleichet,
bis die erklingt,
die Glück nur bringt.
Ach, dieses Tages Gang
dünket mir Jahre lang',
wird sie erst mein
im Abendschein.
Der Dämm'rung Flügel
deckt Tal und Hügel,
die Arbeit ruht
nach Tagesglut.
Ha, wie mich Lust belebt,
denn mir entgegen schwebt
die Teure mein
im Abendschein!