Treue Liebe dauert lange

Brahms, Johannes

Treue Liebe dauert lange,

Überlebet manche Stund',

Und kein Zweifel macht sie bange,

Immer bleibt ihr Mut gesund.

Dräuen gleich in dichten Scharen,

Fordern gleich zum Wankelmut

Sturm und Tod, setzt den Gefahren

Lieb' entgegen, treues Blut.

Und wie Nebel stürzt zurücke,

Was den Sinn gefangen hält

Und dem heitern Frühlingsblicke

Öffnet sich die weite Welt.

Errungen,

Bezwungen

Von Lieb' ist das Glück,

Verschwunden

Die Stunden,

Sie fliehen zurück;

Und selige Lust,

Sie stillet,

Erfüllet

Die trunkene, wonneklopfende Brust;

Sie scheide

Von Leide

Auf immer,

Und nimmer

Entschwinde die liebliche, selige, himmlische Lust!