Sängerlust

C. Attenhofer

Hinaus in das Grün, hinaus in das Feld!

Es athmet in Gottes geräumiger Welt

Weit freier die kräftige Brust.

Wie die Sternlein glänzen am Himmelsraum,

Wie die Röslein lächeln mit purpurnem Saum,

So lacht uns im Herzen die Lust.

Die Mütze bekränzt mit der Eichen Grün,

Das Auge so klar, die Stirne so kühn,

So schreiten wir Sänger dahin.

Rings hauchen die Lüfte des Willkomms Kuß,

Wir schwingen die Mütze mit freundlichem Gruß

Und schwärmen mit heiterem Sinn.

Fort Sorgen und Müh'n, fort Bangen und Schmerz!

Noch umspielt ja die Jugend der rosige Scherz,

Noch duften die Fluren so hold.

Die Liebe, sie webt uns den farbigsten Kranz,

Auf der Stirne malt sich ein himmlischer Glanz,

Es strahlet das Auge von Gold.

Nur frisch in das Leben, nur frisch in den Tag!

So lang uns noch grüßet der Lerchenschlag,

Tönt's voll aus dem Herzen und laut.

Wie sonnig der Lenz die Blumen umhüllt,

Sei sonnig das Herz mit Jubel erfüllt,

Sei Frohsinn die liebliche Braut!