Die Zufriedenheit in Gott
C. Bach
Was ist's, das mein vergnügt Gemüte
mit neuer Heiterkeit belebt
und durch ein wallendes Geblüte
den Geist der Fröhlichkeit erhebt?
Ich fühle über Gram und Kummer
auf einmal mich hinausgesetzt.
Mein Geist erwacht aus seinem Schlummer
und fühlt ein Feur, das ihn ergötzt.
Was sonst ihn konnte niederdrücken,
scheint jetzt ihm eine Kleinigkeit.
Er sieht auf das mit heitern Blicken,
was er sich sonst zu sehn gescheut.
Erhaben über mein Geschicke,
erheb ich mich, o Gott! zu dir
und stelle dem vergnügten Blicke
dich, meinen ew'gen Vater, für.
Was gleicht, o Vater! deiner Liebe?
Wie zärtlich ist dein göttlich Herz,
du fühlst des Mitleids zarte Triebe,
dich rührt der Reue banger Schmerz.
Du blickst mit gnädigem Erbarmen
den bußerfüllten Menschen an,
der bei dir immer offne Armen
zu seinem Schutze finden kann.
Wie selig ist es, dich erkennen
und deines Beifalls sicher sein!
Das Recht, sich, Gott, dein Kind zu nennen,
wie viele Freuden flößt es ein?
Was ist die Welt mit ihren Schätzen,
für den, der dich zum Vater hat?
Wie viel vergnügendes Ergötzen
erschafft der Seele deine Gnad?
Sie, deine heiligen Gesetze,
sind voller Huld und Billigkeit,
sie sind des Menschen größte Schätze;
sie üben, ist Glückseligkeit.
Sie sollen meine Führer bleiben
durch diesen finstern Aufenthalt.
Der Tugend will ich mich verschreiben,
solang mein Geist hienieden wallt.
Wie glücklich macht mich dies Entschließen?
Nie wird mich diese Wahl gereun;
das Laster liegt zu meinen Füßen,
nie soll mich seine Lust erfreun.
Zu groß für ein vergänglich Glücke,
verwirft mein Geist den Tand der Welt;
ich weiß ein seliger Geschicke,
das mir der Himmel aufbehält.