Das Felsenkreuz

C. Kreutzer

Von Glorienlicht umflossen,

mit Rosen hell bekränzt,

steht hoch auf Felskolossen,

wo keine Blüte glänzt,

in klarer Lüfte Wehen

ein Kreuz, kühn aufgebaut,

das von den steilen Höhen

gar mild herunterschaut.

Zieht oft mit ernstem Sinnen

ein Wandersmann dahin

und sieht auf Felsenzinnen

das heil'ge Zeichen glüh'n.

Da schweigt der Stürme Toben,

mit nie geahnter Lust

legt sich der Himmel oben

um seine wunde Brust.

O mög's den Wandersleuten,

die durch die Täler zieh'n,

stets Freud' und Lust bedeuten,

wenn seine Kränze blüh'n,

so wie es den ergriffen

mit wunderlicher Macht,

der aus des Tales Tiefen

zur Höhe sie gebracht.