Morgenlust
C. Kreutzer
Lebensodem, Himmelstau
strömt mir durch die Glieder,
Morgenwolken rot und grau
zittern auf und nieder.
Wiesenglöcklein ist erwacht,
plaudert mit den Wellen
von den Träumen in der Nacht,
die sie immer quälen.
Morgenwind, der junge Fant,
ist schon auf den Füßen,
um den Röschen da die Hand,
dort die Brust zu küssen.
Eich' und Fichte schütteln sich
ihre grüne Rechte,
und das so herzinniglich,
dass man kaum sich's dächte.
Ach, und drinnen liegen sie
noch in Schlummers Ketten!
Keiner sinkt noch auf sein Knie,
um hinauf zu beten!