Nachtlied

C. Kreutzer

Es ziehen und schweben

die Geister der Nacht

und decken das Leben

mit heimlicher Macht.

Die Wand'rer, sie schauen,

ob nirgends ein Licht

das nächtliche Grauen

gar freundlich durchbricht.

Es tauchen und springen

im sumpfigen Moor

mit lustigem Klingen

viel Lichtlein empor.

Ach, ewig so ferne,

ach, ewig so nah!

Wie wandernde Sterne,

bald hier und bald da!

Da bricht durch die Schleier

ein himmlischer Strahl,

und heller und freier

wird Hügel und Tal.

Der Himmel ist offen,

sie ziehen dahin

mit fröhlichem Hoffen

dem schönsten Gewinn.