Dritte Serenate
C. Neefe
Liebchen, schön wie Frühlingsnacht,
Wenn sie über Fluren lacht!
Ist von Schlaf verdrossen,
Schon dein Aeuglein zugeschlossen?
Oder gönnst du, Holde, mir
Noch den kleinsten Blick von dir?
Unter Tanz und Spiel vollbracht
Ist die liebe lange Nacht.
Warum muß dein Fehlen
Mich sonst Wonnetrunknen quälen?
Kleinod aller Sterblichen,
O erschein am Fensterchen!
Wie der Mond so lieblich lacht!
Still ist Lust und still ist Nacht!
Keine Winde rauschen;
Keine Neiderohren lauschen;
O wenn dir mein Herz gefällt,
Komm, du Schmuck der jungen Welt!
Du nur hättest diese Nacht
Mich zum frohsten Gott gemacht!
Ach! wie ich die suchte!
Nirgends fand und heimlich fluchte!
Mir war aller Masquentanz
Spreu für deiner Augen Glanz.
Komm du Stern in stiller Nacht,
Eh des Nachbars Haus erwacht!
Hart ist deine Pforte;
Doch nur wenig, wenig Worte;
Und ich tauschte mein Geschick
Nicht mit Nadirs Helden-Glück.