Vierte Serenate
C. Neefe
Düster liegt die Nacht umher;
Jedes Aug ist schlummerschwer,
Jede Flur ist menschenleer;
Aber nur ich, ich wache noch!
Aber nur ich, trautes Julchen, ich fühle noch
Schlummer und Traumgesicht
Ruhe und Erquickung nicht.
Mädchen mit dem Rosenmund,
O, wie ist mein Herz so wund!
Flieh der Liebe süßen Bund,
Flieh ihn, Mädchen, länger nicht mehr!
Damit nicht der Sorgen ertödtendes Heer,
Eh' als mein Lenz verblüht,
In die Grube mich zieht.
Bey der Liebe liebstem Sohn,
Bey Cytherens Götterthron,
Fleh ich: halt, o halte den Lohn
Meiner Treu nicht länger mir auf!
Dieses Zährenstroms gewaltiger Lauf
Und dieß bleiche Gesicht --
Ach! erweicht es dich nicht?
Düster liegt die Flur umher,
Donnerwolken ziehen schwer
Am nächtlichen Himmel daher;
O wie gleicht mein Herz dieser Nacht!
Doch so bald nur, Schönste, dein Aug' mir lacht,
Dann drohe, was da will;
Himmel und Herz wird still.