Axels Wahnsinn

C. Ridderstolpe

Sey still sey still Du blaue Fluth!

Schlags Ufer nicht im Übermuth,

Du störst mich nur in meinen träumen,

ich hasse Deine Strom! sie schäumen,

zuweilen gar wie Bluth so roth,

Du führst zu meinem Strand den Tod.

Ein Knapp' lag hier mit blutgem Haare,

voll Rosen streut' ich seine Bahre,

denn gleich war er, wem weisz ich wohl.

Zum Frühlinge ich heim sie hohl'

Sie sagen wohl, in dunkler Stille

ruh' meine Braut, und Gras umhülle

die traue Brust, doch s'ist nicht wahr;

am Fels ward ich sie Nachts gewahr.

Bleich war sie wie den Tod man mahlet,

das kam vom Mond der sie bestrahlet.

Kalt war die Lippe, kalt das Kinn,

weil Nordwind über sie fuhr hin.

Ich bat die Theure nicht zu weichen;

da fühlt ich meine Stirne streichen,

es war so schwer, so schwarz in ihr!

drauf ward es hell und klar in ihr.

Und fern im Osten glänzten wieder

die hingeschwundnen Tage nieder,

die schönen Tage blau und licht,

wie reich, o Axel! warst Du nicht!

Es stand ein Schlosz in grünen Hainen,

der schönen war das Schlosz, der Einen!

Ich lag entseelt im Waldesgrund;

da gab mir neue Kraft der Mund.

Ihr Herz ach hat sie mir gegeben,

Ihr Herz voll reichem warmen Leben,

nun liegt es ach und frieret in

verwelkter Brust, weh es ist hin!

Ihr Sterne die am Himmel zündet,

ich bitt' euch bleichet und verschwindet,

ich kannte eines Sternes Glut,

er sank in einen See von Blut,

nach Blut riecht' es noch jetzt vom Strand,

und blutig bin ich auf dem Hand.

So klagt auf Sota skär er laut,

da ist er wie der Morgen graut;

wird's Nacht, so geht er nicht zurücke,

er bleibt mit Thränen in dem Blicke.

Und so sasz todt er einst am Strand

gefaltet zum Gebet die Hand;

mit Thränen die auf bleichen Wangen

erstarrt im Morgenwinde hangen,

und noch zu der geliebten Grab

sah' das gebrochne Aug' hinab.