Ich trage den Hut, den ich will

C. Sinding

Ich trage den Hut, den ich will,

Ich singe die Lieder, die ich will,

und die ich kam;

Ich nahm sie nie von einem Andern.

Bin ich darum ein vogelfreier Mann

Weil der Zunft Kuranz ich nicht dulde?

Die Sängerzunft mag bleiben, was sie will,

Ich bin der, der ich bin und kein Andrer.

Meine Gaben gab ich mir nicht selbst,

Geliehen sind sie zum Verzinsen;

Rabat wird schon tüchtig verlangt,

Jedesmal wenn ein Dar lehn ich mir hole.

O Natur, unsre hilfreiche Mutter,

Hast eines Schuldherren adler harte Blicke;

Wohl weiss ich niedrigere Buden,

wo man leihet, da such' ich nicht hin.

Doch hab' ich bezahlt meine Schuld,

Dann setz' ich meinen Hut, wie ich will,

Und wie er sitzen kann,

Ohne die Stirne mir zu drücken.

Und es schallet mein Lied über Land,

Daß der Zunft die Ohren zerreissen.

Die Zunft sei Zunft,

Ich bin der, der ich bin und kein Andrer.