Grüne, Du Gras!
Dvořák, Antonín
Grüne, grüne, junges Gras,
grüne, Du junges Gras am Walde!
Ach, wie kann ich grüßen wohl,
bin ich doch trocken walde.
Grüne, grüne, junges Gras,
grüne, du Gras am Hage!
Ach, wie kann ich grünen wohl,
wenn mich die Sicheln schlagen.
Grüne, schöner Tulipan,
Farbig sollst Du erglühen.
Ach, die Blätter welken schon.
Muß ja so bald verblühen.
Willst mich wohl verlassen heut,
du mein schmucker Liebster?
Schau hinauf auf zum Birnenbaum!
Wie die Äste kahl starren!
Wenn er an zu grünen fängt,
deiner will ich dann harren.
Sieh, mein Liebchen, sieh hinauf,
sieh auf die trocknen Föhren,
sieh, mein Liebchen, sieh hinauf,
sieh auf die trocknen Föhren,
sieh auf die trocknen Föhren!
Fangen sie zu grünen an,
dann wirst du mir gehören.
Hab schon immer hingeschaut
Daß ich auch nichts versäume.
Ach, sie werden gar nicht grün,
diese schlimmen Bäume.
Blickte gestern, blickte heut'
Noch einmal nach drüben.
In den Fähren schimmerts schon,
hell von jungen, grünen Trieben.
Blickte gestern, blickte heut
noch einmal nach drüben.
In den Föhren schimmert's
Schon hell von den jungen Trieben.