Wilde Rose
Dvořák, Antonín
Ging einst ein Mägdelein
Früh an dern Wiesenrain,
mäht auf der blanken Au,
schmerzte sie der kalte Tau.
Ging dann an den Rain entlang,
schluchzte und weinte bang.
Fand einen Dornenstrauch,
fand eine Rose auch.
«Liebliches Röselein,
sollst mir gepflückt nun sein».
Wer mich im Winter bricht,
sieht meine Schönheit nicht,
doch wenn der Sommer glüht,
bin ich schon halb verblüht.
Den, der im Lenz mich pflückt,
immer mein Glanz beglückt,
den, der im Lenz mich pflückt,
immer, ja immer mein Glanz beglückt.