Auf der Reise zur Liebsten

F. Abt

Schmettere frisch, lieber Postillon,

Recht hell in dein funkelndes Erz!

Ha, wie durchzuckt mir der goldene Ton

Mit seligem Leben das Herz!

Ist nicht der Frühling aus eisiger Nacht

Wieder zum blühenden Leben erwacht?

Tausend Herolde

Hält er im Solde

Und vom Gebirg, aus dem Wald, aus dem Thal,

Ruft mir die Liebe: So komm doch einmal!

Schmettere frisch, lieber Postillon,

O schmettre dein fröhlichstes Lied!

Bald ist die letzte der Schranken geflohn,

Die noch von der Liebsten mich schied;

Liege bald wieder im treuesten Arm,

Presse mein Herz an das ihre so warm,

Daß uns dann Beide

Niemand mehr scheide!

Schwager, so fahre, so fahre doch zu!

Ei welch ein langsamer Kutscher bist du!

Schmettere frisch, lieber Postillon,

Und knalle zum Tacte recht laut,

Daß sie von Ferne dich kennet am Ton

Und gleich aus dem Fensterlein schaut!

Dann mit der Liebe beflügeltem Lauf

Eil' ich die zierliche Treppe hinauf --

Küsse um Küsse,

Herzensergüsse!

Aber mein Schwager, wie langsam bist du,

Wärst du verliebt, du führst eiliger zu!