Schweizers Heimweh
F. Abt
Dorten wo im Schneegewande,
tausend Silberhörner blinken;
wo von dunklem Felsenrande
leuchtend grüne Matten winken,
wo die eis'gen Gletscher wallen
und die sumpfen Donner hallen;
dorten dorten nur allein
werd' ich wieder glücklich sein.
Künntest du die Hüttlein schauen,
die da hoch von Berges Rücken
nach den See'n, den ewig blauen,
lieblich lächelnd niederblicken;
hörtest du die Wasser brausen,
die da rings hernieder sausen;
würdest rufen: dort allein
lässt sich's froh und glücklich sein.
Liebchen sähest du die Höhen,
wo die Alpenrosen glühen;
Dunkle Fichten schattend wehen
und die bunten Heerden ziehen;
Hörtest du der Glöcklein Tönen
und der Schneelawine Dröhnen,
Würdest lispeln: dort allein
lass, o lass uns glücklich sein.
Knabe ruft es unter Thränen,
aber, ach! die Liebste schweiget,
Und der Wehmuth heisses Sehnen
wird zur Qual, die fäglich steiget,
Da verlässt er Lieb' und Habe,
wandert fort am leichten Stabe;
In der Heimath nur allein,
kann er wieder glücklich sein.