Im Haus der Zwerge
F. Abt
Sneewittchen:
Wie freundlich sieht das Alles aus,
und doch so fremd und eigen!
Bin wohl in guter Leute Haus;
doch das wird bald sich zeigen.
Der Tellerchen, Löffelchen, Messerchen sieben,
und sieben der niedlichen Bettchen zum Ruh'n.
Wo sind nur die Leute, die kleinen, geblieben?
Ich darf mir indessen wohl gütlich hier tun.
Herr Jesu Christ, sei unser Gast
und segne, was du uns bescheret hast!
Die liebe Sonne blickt herein
mit ihrem letzten Strahle;
wie singen süß die Vögelein
zu meinem frohen Mahle!
Sie fliegen herein durch das Fensterchen leise,
sie hüpfen vertraulich und fragend heran.
Erfreut euch, ihr Lieben, an Trank und an Speise,
damit ist gewiss doch nichts Böses getan!
Herr Jesu Christ, sei unser Gast
und segne, was du uns bescheret hast!
Nun ging die Sonne hinter'n Wald;
dort blinken schon die Sterne.
O kämen doch die Leutchen bald,
ich sähe sie so gerne!
Ob ich wohl im Häuschen zu bleiben kann wagen,
ob ich darf mir wählen ein Bettchen zur Ruh'?
Ob niemand wird schelten und gar mich verjagen?
Es fallen die Augen, die müden, mir zu.
Herr Jesu, lass mich nicht allein,
mich deiner Lieb' und Huld empfohlen sein!