Sneewittchen und die Zwerge
F. Abt
Chor:
In der Berge Nacht
im tiefdunklen Schacht
wir hacken und graben
und fördern zu Tage
mit Mühe und Plage
viel funkelnde Gaben.
Der gleißende Schimmer,
uns locket er nimmer.
Wenn nach schwerem Tun
wir behaglich ruh'n
in freundlicher Hütte,
dann sind wir beschieden:
Wir haben den Frieden,
das Glück in der Mitte.
Den gleißenden Schimmen,
wir wollen ihn nimmer.
Erster Zwerg:
Ein fremdes Wesen drang hier ein.
Zweiter Zwerg:
Wer aß von meinem Tellerlein?
Dritter Zwerg:
Wer saß auf meinem Stühlchen hier?
Vierter Zwerg:
Wer nahm von dem Gemüschen mir?
Chor:
Suchet nur!
Folgt der Spur!
Schaut euch um!
Ein Fremdling hier, das wär doch gar zu dumm!
Fünfter Zwerg:
Mein Becherlein, seht her, ist leer!
Sechster Zwerg:
Mein Messerchen find' ich nicht mehr.
Siebenter Zwerg:
Wer nahm mein Bettchen in Gebrauch?
Einige:
Und meines auch, und meines auch!
Chor:
Suchet nur!
Folgt der Spur!
Schaut euch um!
Ein Fremdling hier, das wär doch gar zu dumm!
Sneewittchen:
Herr Jesu, mach' mich fromm und gut,
und lass mich schlafen sanft in deiner Hut!
Chor:
Wie ist das Kind so reizend schön,
das unser'm armen Haus beschieden!
Sie wird noch unser Glück erhöh'n,
o lasst sie ruh'n in süßem Frieden,
bis sie am Morgen sanft erwacht!
Ihr Brüder, leise, gute Nacht!
Sneewittchen & Chor:
Gute Nacht!