Lob der gelben Farbe
F. Hůrka
Der gelben Farbe bin ich hold,
d'rum sei ihr auch dies Lied gezollt.
Viel Schönes kenn' ich in der Welt,
das doppelt Reiz durch Gelb erhält.
Gelb ist das Gold, und wie bekannt
ersetzt es Tugend und Verstand,
erkaufst du dir für blankes Gold
Vergnügen, Ruhm, selbst Minnesold!
Doch darum sing' ich freilich nicht
der gelben Farb' ein Lobgedicht;
wer trifft des Goldes Talisman
wohl je bei einem Dichter an?
Doch gelb ist auch der Sonne Licht,
wenn sie hervor aus Wolken bricht,
wenn sie im Lenz der Wiese Kleid
mit bunten Blümchen überstreut.
Gelb, wie die gold'ne Ananas,
gelb wie in vollem Deckelglas
der Wein, den Nierenstein gebar,
ist meines Liebchens blondes Haar.
Und Heil dem vaterländ'schen Rhein!
Er gibt uns reichlich edlen Wein,
gelb wie der Morgensonne Strahl
glänzt er im schäumenden Pokal.
Heil diesem Wein! Er schenkt uns Mut,
er wärmt des Greises kaltes Blut,
er flammt den Jüngling und den Mann
zu kronenwerten Taten an.
Auch kenn' ich noch in braunem Haar
ein zartes gelbes Rosenpaar.
O, solltet ihr's nur einmal seh'n,
ihr riefet alle: Gelb ist schön!