Lob der grünen Farbe
F. Hůrka
Singt rot und blau
und gelb und grau,
schwarz, feuerfarb' und weiß,
singt carmosin -
ich singe grün,
denn ihm gebührt der Preis!
Seht die Natur!
Die Blumenflur
schmückt sich im Lenz mit Grün,
wenn hin zum Tanz
beim Mondenglanz
die Hirten frühlich zieh'n.
Im grünen Wald,
dem Aufenthalt
der Unschuld, singt allein
die Nachtigall
dem Widerhall
melodisch silberrein.
Des Mädchens Haar
am Brautaltar
schmückt grünes Myrtenreis;
ein grünes Blatt
lohnt Heldentat,
lohnt Dichtergeist und Fleiß.
Der Göttin, die
des Lebens Müh'
durch schönen Traum versüßt,
ist Grün geweiht;
grün ist das Kleid,
das flatternd sie umfließt.
O Göttin, sei
mir immer treu
bis an des Grabes Rand;
ich folge gern,
glänzt nur von fern
mir tröstend dein Gewand.