Lob der weißen Farbe

F. Hůrka

Zartes Weiß, die Feier meiner Lieder

will ich dir aus voller Seele weih'n,

möchte sie so fleckenlos und rein

wie des königlichen Schwans Gefieder,

wie der Schnee auf hohen Alpen sein.

Wohl dem Manne, der in seinem Herzen,

heil'ge Unschuld, deine Farbe trägt;

wenn Verfolgung ihn in Ketten schlägt,

kann er noch mit diesen Ketten scherzen,

weil ein Gott mit rechter Waage wägt.

Wohl ihm, harret sein am Traualtare

die Geliebte, wie der Friede mild,

in ein weißes Brautgewand gehüllt,

einen Lilienkranz im blonden Haare.

Ihrer engelreinen Seele Bild.

Dass des Vaters Tugenden nicht sterben,

werden Kinder seiner Ehe Glück;

wie der Mond den hohen Sonnenblick,

eines ungetrübten Abends Erben,

strahlen sie des Greises Licht zurück.

Er erbebt nicht an des Grabes Rande,

denn er fühlet seines Herzens Wert,

und der Tod, der seinen Köcher leert,

wird ein Genius im Lichtgewande,

der die Fackel lächelnd niederkehrt.