Lob der roten Farbe
F. Hůrka
Dir gebühren meine Huldigungen,
darum sei dir auch dies Lied gesungen,
SYSTEMBild der Liebe, wunderschönes Rot!
Welche Farbe kann sich dir vergleichen,
deinem Schimmer muss die schönste weichen,
gegen dich sind alle, alle tot!
Wann in Nacht das Heer der Sterne schwindet,
wann Aurorens Block den Tag verkündet,
Phöbus sich aus blauer Flut erhebt,
färbt sein Antlitz den getrübten Äther
triumphierend rot und immer röter.
Purpur ward der Schmuck der zarten Rose,
von Cytheren in Adonis' Schoße
einst mit ihrem Götterblut benetzt;
und der Stolz von allen Blumenbeeten
malt uns nun der ersten Lieb' Erröten,
hat uns Amors Pfeil die Brust verletzt.
Purpurrosen schmücken Hymens Lauben,
purpurn glänzen Libers Nektartrauben,
Purpur färbt des Mädchens zarten Mund,
und die sanfte Röte ihrer Wangen
macht dem holden Jüngling das Verlangen
ihres liebekranken Herzens kund.
Selig, wem Liäens Traube glänzet,
Amors Hand die Stirn mit Rosen kränzet,
Hymens Fackel rote Flammen strahlt,
wem nicht Sorgen seine Freuden töten,
wem des Mädchens banges Schamerröten
noch das Bild der zarten Unschuld malt.
Selig, wann er dann zu ew'gem Bunde
von des trauten Mädchens Rosenmunde
früh den Kuss der Treu' und Liebe küsst,
sagt ihm das Erröten ihrer Wangen
und ihr Blick voll zärtlichem Verlangen,
dass sie treu, und dass er glücklich ist.