An die Laute

F. Methfessel

Holde Laute,

Einzig mir Vertraute,

Deine Saiten tönen wieder

Was mein stummes Herz erfüllt;

Süße Wehmuth senkt sich nieder,

Und die Brust wird froh gestillt.

Holde Laute,

Meines Grams Vertraute!

Theure Bilder ferner Zeiten,

Längst entflohn dem trüben Blick,

Leben auf in deinen Saiten,

Kehren tröstend mir zurück.

Holde Laute,

Meiner Lust Vertraute!

Schweigend in den Melodien,

Schmilzt der heißen Sehnsucht Drang! --

Sterbend möcht' ich mir entfliehen --

Freudig sterben im Gesang.

Goldne Laute

Einzig mir Vertraute!

Niemand will mein Herz verstehen --

Du nur fassest meine Brust;

Und aus Deinen Tiefen wehen

Träume nie geahnter Lust.