Sei mir gegrüßt, o Sonne
Schubert, Franz
Sei mir gegrüßt, o Sonne,
Alltäglich neue Wonne
Gießt du in dieses Herz.
Es saugen deine Strahlen
Aus jeder Brust die Qualen
Und heilen jeden Schmerz.
Einst schmückten wohl die Strahlen
Der Krone dieses Haupt,
Da ward von bittern Qualen
Mir alle Ruh' geraubt.
Hier in diesen stillen Gründen,
Wo ich Ruh und Glück gefunden,
Von der Sorgenlast entbunden,
Mußten alle Schmerzen schwinden.
Für des Rates leichte Gabe
Wird mir tausendfacher Segen,
Liebe kommt mir rings entgegen
Und versüßt die kleine Habe.
Doch soll mein kühner Sohn
In diesen Felsenmauern
Sein Leben nicht vertrauern.
Ihm winkt der Väter Thron.
Der Taten sich bewußt,
Ruht wohl das Alter gerne,
Allein - in weite Ferne
Strebt rasche Jugendlust.
Es soll mein kühner Sohn …