Fitne's Sehnen
Marschner, Heinrich
Wo schweifst Du, Turan, noch in tiefer Nacht
Im Staub des Weges? Ach, in tiefer Nacht
Wacht einsam Fitne.
Wacht einsam, Dein verlangend, Stürmender;
Und suchtest sonst doch Frieden so gern
An Fitne's Herzen.
Wo ist nun das Gluthverlangen,
Das aus Deinen Blicken strahlend
Mich mit Allgewallt sic durchdrang,
Als ich bebend Dir in's Auge schaute,
Als den Arm an meine Brust ich preßte,
Der die Glückliche im Sieg errang?--
Turan, Deine Fitne schmachtet,
Schmachtet, glüht, und lechzt nach Dir nur,
Und Du bleibst, wie Sand der Wüste,
Starr bei ihrer Liebe Glühn.
Turan, ruft dich mein Verlangen,
Turan, ruft mein stummer Jammer,
Ruft mein Schmerz und meine Klage
Dich zu Fitne nicht zurück? --
Meine Thränen sind vertrocknet
An der heißen Gluth des Herzens;
Meine Seufzer, meine Klagen
Schwinden in die öde Nacht.