Heraus mit der Fiedel

H. Sommer

Heraus mit der Fiedel, den Bogen gewichst

Und die rostige Kehle geschmiert!

Sieh doch, wie das Mädel da zappelt und knixt

Und sich dreht und sich schämt und sich ziert.

Ei! Graukopf, du warst ja doch auch einmal jung

Und hattest ein Liebchen im Arm,

Nun bist du zu steif für den Siebensprung,

So geige und singe dich warm.

Und schneide mir kein so'n Holzapfelgesicht,

Es kann doch nicht jeglicher Wein

Wie Honig so süß und so klar wie das Licht

Und so süffig wie Buttermilch sein.

Der Saure macht lustig, allhup! wohl bekomm's!

Na, wenn er ein wenig auch kratzt,

Er hat so was Flinkes, was Glattes und Fromm's,

Von dem ist noch Keiner geplatzt.

Zum Kuckuk mit deinem Nachtwächtergeplärr!

Da kann ich's doch besser, du Narr,

Du sägest und schabst uns ein Ohrengezerr

Und näselst wie unser Herr Pfarr.

Mal her mit dem Zeug! jetzt, Mädel, paßt auf!

Und haltet die Röcke hübsch fest,

Den Rechten, den Linken, daran und darauf!

Nun springt wie der Has' aus dem Nest.

Nun? merkst du was, Alter? jetzt kriegst du wohl Muth?

Das fluscht doch ganz anders darein,

Bin selber ein Spielmann, das steckt mal im Blut,

Die Fiedel macht's doch nicht allein.

He! Lieselott, fülle das Krügel mir frisch,

Halt! nicht von dem Lustigen, Kind!

Das bin ich schon selber; da unter dem Tisch

Steht's Kännlein, -- der wuchs unterm Wind.