Auf grüner Flur

H. von Leipziger

Es trug sich einmal zu,

dass Ochse, Stier und Kuh

auf grüner Wiesenflur

begrasten die Natur.

Die Kälber, fromm und gut,

im kecken Übermut,

die sprangen kreuz und quer

fidel ums Rindvieh her.

Und als sie groß und breit

von Fraß und Lustigkeit,

von Hochgenuss der Luft

und Gänseblümchenduft,

da trabten sie zum Bach,

die Hintern hinten nach;

sie tranken da famos

und trieben Kurzweil groß.

Dann lagen sie im Kreis

im grünen Paradeis,

der Ruhe sich zu freu'n,

und täten wiederkäu'n.

„Hört,“ fing ein Ochs' d'rauf an,

„ich will euch etwas sa'n:

Wir sind in unserm Glück

verfolgt vom Missgeschick.

Macht sich auch mancher breit

in seiner Jugendzeit,

uns schlägt, o schwere Not,

doch einst der Metzger tot!“

Rasch sprangen sie empor,

dahin war der Humor,

und Ochse, Stier und Kuh,

die schrieen alle: „Muh!“