Das Marienwürmchen

H. von Leipziger

Ein Marienwurm kroch am Weg umher

Und es war das Herz ihm so bang und schwer.

Und er klagte still vor sich hin und sang

Daß es leise nur durch die Lüfte drang

„O du böser Wind, o wie hass' ich dich!

Hast mein Haus zerstört, hast vertrieben mich.

Tulpe war mein Haus, und ich wohnte drin

Und es ging mir da recht nach meinem Sinn.

Abends ward das Tor immer zugemacht:

Sicher schlief ich so manche Mondscheinnacht

Morgens ging von selbst wieder auf das Tor

Mit dem Morgenrot kam ich dann hervor.

O du böser Wind, o wie hass' ich dich!

Hast mein Haus zerstört, hast vertrieben mich.“