Steig' empor heissgeliebter Schatten
Massenet, Jules
Steig' empor, heißgeliebter Schatten,
zerbrich den düster'n Leichenschrein;
denkst nimmer du der Tränen mein?
Kann der Tränen Zauber ermatten?
Ach, wie so bleich die lieblichen Wangen,
einst erblüht in rosiger Glut!
"Hab' so lang' in Rosen geruht,
und der Wangen Reiz ist vergangen!"
Ha! Wie dereinst mit heißem Verlangen
lieb' ich dich noch, bleiche Gestalt!
Komm, die Rosen verblüh'n so bald
wie die Morgenröte der Wangen.
"Lass ab! Totenmessen erklangen!"
Nein, öffne der Freude die Brust!
Es ruft der Lenz, es ruft die Lust!
Steig' empor, heißgeliebter Schatten!