Woher ihr linden Abendlüfte
Massenet, Jules
Woher, ihr linden Abendlüfte,
nehmet ihr die lieblichen Düfte?
Habt aus dem Walde sie gebracht?
Wär's ein Hauch von ihrem süßen Munde?
Nein! Sie streu'n die Blumen der Nacht
traumerfüllt in heimlicher Stunde!
Hier in der Stille will ich lauschen
des Gewandes leisem Rauschen,
das umhüllt der Glieder stolze Pracht.
O Gott! War's nicht der holden Stimme Klingen?
Nein! Es sind die Lieder der Nacht,
die leicht beschwingt den Wald durchdringen!
Nächtliches Schweigen! Waldesstille!
Ihr bewahret der Wonnen Fülle,
berget sie schützend und wunderbar.
Gebt mir die Geliebte wieder,
den Blumenkranz im gold'nen Haar,
ach, einmal noch die alten Lieder!