Phylis an ihren Damis

J. Sterkel

Kaum erwäg' ich recht mein Glücke,

Das mir deine Liebe gibt,

Freund so wird im Augenblicke

Mein entzücktes Herz betrübt.

Denn es wird die Stunde schlagen,

und wie schnell rückt sie heran!

Da ich nichts als mich beklagen,

und kein Mensch mich trösten kann.

Der Gedanke, daß wir scheiden

Mischt in meine Freude Gift,

Macht die Liebe mir zu Leiden,

Lähmt den Schmerz, auf den er trifft.

Damis, laß' uns zeitlich trachten

Unsre Trennung auszustehn:

Lehre mich den Tod verachten,

Oder doch unschreckhaft sehn.