An das Glück

J. Sterkel

Lass, Glück, in ihrem Kreise

sich Staatenwirbel dreh'n,

und bleib' auf deiner Reise

auch einmal bei mir steh'n.

O spende mir, du holde,

nur einen güt'gen Blick;

ich dürste nicht nach Golde,

mir g'nügt ein kleines Glück.

Von Gold und Silber glänzen

soll nie mein nied'res Haus,

nur räumlich sein zu Tänzen

nach einem frohen Schmaus.

Zum Schmause nicht Gerichte

aus Tonking und vom Pol;

Geflügel, gold'ne Früchte

und selbstgepflanzten Kohl.

Ein Gärtchen auch daneben,

wo manche Blume blüht

und an verschlung'nen Reben

die Purpurtraube glüht;

und von der Purpurtraube

gekeltert süßen Wein,

getrunken in der Laube

bei Mondes Silberschein.

Wohl hier bei Mondenschimmer

ein Mädchen, einen Freund,

und beide mir auf immer

mit treuem Sinn vereint.

Dies gib mir, Glück, dann rolle

dein Rädchen weiter fort;

die gold'nen Schätze zolle

dem reichen Schlemmer dort.