Ermunterung zur Freude
J. Sterkel
Gebt Rosen her, mein braunes Haar,
Eh es das Alter bleicht, zu kränzen,
Und ladet mir der Brüder Schaar,
Und Grazien, zu Tänzen.
Auch reicht die Laute mir herab,
Die, nur zum Scherz, gewöhnet,
Nie reinere Akkorde gab',
Als wenn sie Freude tönet.
Durch Trauern wird der Mensch geschwächt,
Die Kräfte fallen nieder;
Die Fröhlichkeit macht alles recht,
Vergnügt und stärkt die Glieder.
Es finden sich von selbsten viel
Der unmuthvollen Tage,
Und Unglück säet ohne Ziel
Den Saamen seiner Plage.
Die Jahre wissen keinen Halt,
Sie achten keiner Zügel;
Entfliehen uns -- ach, wie so bald! --
Mit eilgewohntem Flügel.