Freundschaftslied
J. Sterkel
Willkommen uns, wer frohen Mut
und Biedersinn vereint
und immer recht und redlich tut
und das ist, was er scheint.
Wir grüßen ihn mit Bruderkuss,
denn er ist unser Mann
und wandelt sonder Überdruss
mit uns des Lebens Bahn.
Der weisen Freude weihen wir
den kurzen Pilgergang
und bringen manches Opfer ihr
bei Lachen, Scherz und Sang,
Ihr leeren wir oft den Pokal,
den Rheingaus Traube füllt;
ihr weihen wir das kleine Mahl,
wo sie sich uns enthüllt.
Klein ist der Kreis der Brüder nur,
doch ewig ist sein Band;
in Wüsten und auf grüner Flur
schließt fest sich ihre Hand
und zieht sich leise nur zurück,
wenn wo ein Armer klagt
und trocknet seinen trüben Blick
und zeigt ihm, wo es tagt.
So wandeln wir mit gleichem Schritt
dem dunkeln Ziele zu.
Und ruft Freund Hein aus uns'rer Mitt'
auch einen früh zur Ruh':
Wir blicken seinen Hügel an
und schwören, froh und weis'
zu wandeln stets, und schließen dann
noch enger unser'n Kreis.