Es flüstert im Schilf
M. Peters
Es flüstert im Schilf, es wispert im Rohr:
,, Wo ist Dein Liebster geblieben?
Und warum versperrt er Dir Riegel und Thor?
Er muß ja noch immer Dich lieben!``
So rauscht es in Wellen, so säuselt's im Tann,
Es singen's die Vögel in Zweigen;
O Lieber, Du hoher, Du herrlicher Mann,
Du kannst es allein nicht verschweigen!
Schnell öffne das Pförtchen und laß mich herein!
Ich komme geschlichen auf Zehen,
Ich will Dich umhalsen, umwinden, umfrei'n,
Dir sollen die Sinne vergehen.
Mir nahte noch nimmer und nirgendwo
Je Deines Gleichen im Leben
Mit Augen, so strahlend, mit Lippen, so froh,
So muthig im Nehmen und Geben.
Der Minnigste bist Du, der Schönste von All'n
Mit ritterlich siegenden Armen,
O laß Dir mein Herzen und Scherzen gefall'n,
Schließ auf! hab' endlich Erbarmen!