Der Traum

M. von Kralik

Ich war im Traum ich weiß nicht, wo,

bin noch des sel'gen Traumes froh.

Ich dachte, was ich einst schon sann,

doch ach, ich weiß es nicht mehr, wann.

Es leuchtete - weiß nicht, wovon,

es war nicht Stern, nicht Mond, nicht Sonn'.

Ein Zauber lenkte meinen Sinn,

ich weiß nicht, wo hinaus, wohin.

Es wallt um m ich noch immer mehr

und heller - ich weiß nicht, woher.

Ich spür' den Duft noch - ich weiß nicht, welchen,

aus wundersüßen Blumenkelchen.

Da tönt es also süß und leise -

ich weiß nicht mehr, auf welche Weise,

so unbestimmt und doch so zart,

ich weiß nicht mehr, auf welche Art.

Ich weinte.

Das All umgab mich still und stumm.

Ich fühlte mich in stolzer Ruh',

bestimmt - ich weiß nicht mehr, wozu.

Ich sah daselbst - ich weiß nicht, wen,

so Hehren hab' ich nie geseh'n.

Es sprach zu mir - ich weiß nicht, wer -

ein Wort so tief, so innig her.

Ich fühlte d'rob - ich weiß nicht, was,

Entzücken, Schrecken, Liebe, Hass?

Ich schlug - ich weiß nicht mehr, womit -

ein Ungeheuer, das mich bestritt.

Nun aber bin ich wieder hie

in dieser Welt, und weiß nicht, wie!