Maiblümchen

P. Lindpaintner

In dem schönen Buchenhaine

sprosst das Grün mit weichem Pflaum,

und es tönen Frühlingsgrüße

hier und dort aus Strauch und Baum.

Ave Maria!

Maienglöckchen lugen traulich

durch das frische Grün hervor;

horch, wie sie so festlich läuten,

wohlgestimmt im schönsten Chor:

Ave Maria!

Wie gar schön ist dies Geläute

von dem Glöcklein weiß und blank;

wär' doch von uns Menschenkindern

auch so rein der Maiensang!

Ave Maria!

Und was Alles noch geschlafen,

weckt ein milder Sonnenschein,

wacht jetzt auf zum neuen Leben,

stimmet in den Ruf mit ein:

Ave Maria!

Auf den Lilien zirpt der Käfer,

auch das Bienchen summt sein Lied,

und das Heimchen spät am Abend

wird des Rufens nimmer müd':

Ave Maria!

Von des Frühlings Pracht berauschet

sitzt der Knab' am Bach und singt;

hört ihr, wie aus weiter Ferne

laut das Echo widerklingt:

Ave Maria!

Und das Echo tönt belebend

durch den frisch begrünten Wald;

nun erst jauchzen alle Vögel,

bis in Stadt und Dorf es schallt:

Ave Maria!

Möchte dieser Gruß der Engel

aller Herzen Echo sein,

ud auf Erden alles Leben

stimmen mit den Engeln ein:

Ave Maria!