Vergissmeinnicht
P. Lindpaintner
Blümchen mit den blauen Augen,
mit dem lebensfrohen Sinn,
dich auch füg' ich zu dem Sträußlein
für die Himmelskönigin.
Bist so schön und doch bescheiden,
wirst d'rum wohl ihr Liebling sein,
bist so traulich und verschwiegen,
bist so harmlos und so rein.
Heil'ge Jungfrau, demutvolle,
der die Welt nur Leiden klagt,
die an Sanftmut Lamm und Taube,
Schnee an Reinheit überragt,
Himmelstochter voll Erbarmen,
du weißt, wo es mir gebricht;
Mutterlieb', hör' auf dies Blümchen,
für mich fleht's: Vergiss mein nicht!
Selber hast du Leid erduldet,
bitt'res Leid im Erdental,
d'rum dein Mutterherz durchbohrte
siebenfach ein herber Stahl.
Schmerzensmutter, Benedeite,
spende mir des Trostes Licht;
wenn mich Leid und Kummer drängen,
Trösterin, vergiss mein nicht!
Wann mir schlägt die letzte Stunde,
und das Aug' im Tode bricht,
stöhn' ich mit dem letzten Hauche:
Mutterlieb', vergiss mein nicht!