So sangen sie; da dämmert's schon

Schumann, Robert

_Tenor:_

So sangen sie; da dämmert's schon,

Ein Vogel singt im Morgenschlummer

Die Welt erwacht zu neuer Lust,

Zu neuem Schmerz, zu neuem Kummer.

Und wie ein Blitz verschwunden sind

Der Elfen luft'ge Scharen, –

Nur auf der Wies' ein Silberstreif

Verrät noch, wo sie waren –

Auf schlägt das schöne Rosenkind,

Wie träumend noch, das Augenpaar.

Ein duftdurchfrischter Morgenwind

Wirft Apfelbluten ihr in's Haar;

Ein Röslein, morgenangeglüht.

Am Busen, vielbedeutend, blüht.

_Rose:_

Wo bin ich?

Ist's Wahrheit, ist's ein Traum –

Nein, nein, es ist kein Zauberbild;

Als Madchen wandelnd auf der Erden

Werd' ich durch Liebe glücklich werden.

_Tenor:_

Sie steigt den Hügel still hinauf;

Da tut vor ihren Blicken

Das weite Tal sich prangend auf

Begrenzt von Waldestücken

Erreicht ist bald des ersten Hauses Tür

Sie tritt hinein und bittet freundlich hier

Um Obdach.