Und wie sie sangen, da hören sie
Schumann, Robert
Tenor-Solo:
Und wie sie sangen, da hören sie
Eine zarte, klagende Melodie.
Flugs hält der Tanz, der wirr gerauscht
Und Alles auf das Liedchen lauscht,
Rose:
Frühling ist nun wieder kommen,
Hat gerufen: "auf, erwach!"
Was soll mir das Blühen frommen,
Der das Herz vor Sehnen brach?
Wenn die Mädchen mit mir kosen,
Wenn von Liebe singt ihr Lied,
Klag' ich, dass uns armen Rosen
Nie ein Liebesfrühling blüht!
Fürstin der Elfen:
Du töricht Kind,
Du wünschest dir der Liebe Lust,
Wohl dir, dass du von ihren Schmerzen
Bis diesen Frühling nicht gewusst.
Rose:
Ich möcht' es tragen, alles Weh,
Ich fühl' mich stark!
Fürstin der Elfen:
Du Röslein, du?
Verlassen willst du unser Reich,
Wo Glück und Frieden ewig walten?
Rose:
O, lass mich eine Jungfrau werden.
Lass lieben mich, den Mädchen gleich!
Fürstin der Elfen:
Verlangst du's Röschen nun wohlan!
Die Menschen nennen auf der Erden
Die Mädchen ja der Rose Bild;
Zum Mädchen soll die Rose werden!
Und also sei der Spruch erfüllt!
Und eine Rose sollst du tragen,
Gefeit von mir zu deinem Heil!
Wer sie besitzt der Erde Freuden,
Die reinsten, werden ihm zu Teil.
Doch merke wohl; entfällt sie jemals deiner Hand!
So wirst du aus dem Leben scheiden;
Doch bange nicht! -
Ein Frühlingshauch wird dich als Rose
Zurück ins Heimatland geleiten,
Chor der Elfen:
Wir tanzen, wir tanzen
In lieblicher Nacht
Bis der Tag vom Schlummer
Morgenrot erwacht,
Bis vom Tau die Blume
Neues Leben trinkt,
Hoch auf liederselig,
Die Lerche sich schwingt.