Im Walde
W. Aletter
Im Wald, im grünen Walde,
beim ersten Sonnenstrahl,
sang hoch im Laub der Bäume
ihr Lied die Nachtigall.
Da saß voll Reiz und Anmut
des Jägers Töchterlein;
ihr Aug', das blaue Auge,
sah schwärmerisch darein.
Und unbewusst
schlug in der Brust
mein Herz voll Liebeslust.
Holdes, blondes Mädchen,
meine Königin,
engelgleiches Liebchen,
süße Träumerin!
möcht' im grünen Walde
immer bei dir sein,
wär's das kleinste Hüttchen,
mit dir ganz allein.
Da stand sie hoch errötend,
und zagend war ihr Blick;
ich fasste leis' ihr Händchen,
doch sie wies mich zurück.
Die Träne netht' mein Auge,
vor Weh' stand still mein Herz,
es trafen tief die Dornen
voll Weh' und Liebesschmerz.
Verschmäht bewusst
starb in der Brust
mir jede Freud' und Lust.
Holdes, blondes Mädchen
etc.
Es zog der Herbst zum Walde,
das Laub, das dürre, rauscht,
und es bedeckt die Stelle,
wo mich ihr Bild berauscht'.
Sie ist nun gar Frau Förster,
das holde, süße Kind,
da rauscht' es in den Bäumen,
es sagte mir der Wind:
Vorbei die Lieb',
die ihr geblüht,
und leis' sang ich mein Lied:
Holdes, blondes Mädchen
etc.