Selbstlos
W. Aletter
Die Sterne strahl'n am Himmelszelt,
was kümmert sie die and're Welt.
Das Blümlein stolz und schön erblüht,
selbst wenn kein Menschenaug' es sieht.
Und selbstlos wie das Blümelein
schaut auch mein Lieb' zur Welt hinein;
die Herrliche den Sternen gleicht:
Sie strahlt, doch bleibt sie unerreicht.
Ich buhle nicht um ihren Blick,
begehr' auch nicht der Liebe Pfand,
und doch ruf' ich im höchsten Glück:
Sie ist die Schönste hier im Land!
Ich buhle nicht um ihren Blick,
begehr' auch nicht der Liebe Pfand,
und doch ruf' ich im höchsten Glück:
Mein Lieb' ist Schönste hier im ganzen Land!
Unnahbar, kalt, göttlich allein
kann sie auf stolzer Höh' nur sein.
Ich glaub', stieg' sie zu mir herab,
fänd' meine Lieb' ein frühes Grab.
Die Rose, die so selbstlos blüht,
doch nicht in Leidenschaft erglüht!
Mich dünkt, dass, wenn sie Lieb' mir schenkt,
ein Marmorbildnis mich umfängt.
Stolz ändert sie nicht mein Geschick,
sie reicht mir niemals ihre Hand,
und doch ruf' ich im höchsten Glück:
Sie ist die Schönste hier im Land!
Ich buhle nicht um ihren Blick,
begehr' auch nicht der Liebe Pfand,
und doch ruf' ich im höchsten Glück:
Mein Lieb' ist Schönste hier im ganzen Land!