Auf der ersten Saite IV
C. Sinding
Zwei lange Jahre ich geh und denke
und hoff', dass Klarheit der Himmel schenke.
Zu frein ein Mädel ich hab im Sinn,
bei ihr ich stets in Gedanken bin.
Ob hübsch das Mädel, nicht kann ich's sagen,
sie muss dem Bauern das Wasser tragen;
ich weiss nicht wie sie ist anzuschaun,
doch ich weiss, auf sie kann man fest vertraun.
Ich bin der flotteste Bursch im Städtchen,
und sie ein bettelarm Bauernmädchen,
sie schafft und plagt sich Tagaus, Tagein;
doch das kann für sie keine Schande sein.
Nur das ist Schande, dass hier auf Erden
ich nie kann klar mit mir selber werden.
O wär ich endlich mit mir so klar,
dass all der Sorge und Qual ich bar!
Denn sicher Sorg' an der Qual sich weidet,
dass immer etwas in's Herz mir schneidet.
Wenn allen Andern so es ging,
da wär' die Liebe ein schwierig Ding!